Heiner Goebbels

The experience of things
Diese Dokumentation begleitet die Entstehung des Musiktheaterstücks „Stifters Dinge” von Heiner Goebbels und macht die Zuschauer zu Augen- und Ohrenzeugen eines kreativen Arbeitsprozesses, der den Künstler auch und vor allem als Techniker fordert: Ganz ohne Schauspieler und Musiker schafft Goebbels ein modernes multimediales Gesamtkunstwerk, das auf Texten Adalbert Stifters basiert und so unterschiedliche Elemente wie ethnografisch-historische Aufnahmen aus Papua-Neuguinea von 1905, automatisch spielende Klaviere und Geräusche von aneinander reibenden Betonplatten in der Tradition der musique concrète kombiniert und diese Tradition neu zu definieren vermag. Zur Londoner Premiere schrieb The Telegraph:” Stifter‘s Dinge: who cares what it is? It‘s terrific” – Stifters Dinge: Wen kümmert es, was das ist? Es ist großartig.

MICHELE SPANGHERO

Ad lib
Die Klangskulptur Ad lib. kombiniert eine medizinische Maschine für die automatische Lungenbeatmung mit einigen Orgelpfeifen, die einen musikalischen Akkord im konstanten Rhythmus des mechanischen Atems spielen, und schafft so ein künstliches Organ, das metaphorisch ein mechanisches Requiem ist, das unaufhörlich klingt. Der Titel des Werkes Ad lib., Eine Abkürzung für den lateinischen Ausdruck “ad libitum“, ist eine musikalische Beschriftung, die dem Interpreten Ermessensspielraum bei der Interpretation gibt und es beispielsweise ermöglicht, bestimmte Takte der Partitur “nach Belieben“ zu wiederholen. Die Skulptur soll sich auf die Situation beziehen, in der Menschen, die unter kritischen Gesundheitszuständen leiden, ihr Überleben an ein Atemgerät gebunden sehen und daher im Ermessen derer, die sich um sie kümmern.