Michel Winterberg

Trial, be a plotter
Der Rezipient wird in der Installation <trial, be a plotter> von einem Bildschirm aufgefordert, mit der Position seines Mundes einen CAD-Plotter anzusteuern welcher zeichnet, sobald er den Mund öffnet. Mit der ungewohnten und irritierenden Steuerung durch den Mund stellt sich der Rezipient dem Publikum, durch seine seltsamen Bewegungen für die tückische Mensch-Maschinen-Interaktion, selbst zur schau. Die Installation spielt mit dem Aspekt und dem Verlangen sich zu Markieren und mit seiner Zeichnung zu verewigen und sie ist eine Anstiftung zur Demontage der nutzen und zweckorientierten Gesellschaft.

Studio A N F

Computervisionen 2
Nach mehr Jahrzehnten des Versuchs, einen Apparat zu konstruieren, der denken kann, können wir endlich die Früchte dieser Bemühungen erleben: Maschinen, die es wissen. Das heißt, nicht nur Maschinen, die Informationen messen und nachschlagen können, sondern auch solche, die ein qualitatives Verständnis der Welt zu haben scheinen. Ein auf Gesichtern trainiertes neuronales Netzwerk weiß nicht nur, wie ein menschliches Gesicht aussieht, es hat auch ein Gefühl dafür, was ein Gesicht ist. Obwohl die Algorithmen, die solche para-neuronalen Formationen erzeugen, relativ einfach sind, verstehen wir nicht vollständig, wie sie funktionieren. Eine Vielzahl von Forschungslabors hat solche Netze auch erfolgreich auf fMRT-Scans (Functional Magnetic Resonance Imaging) lebender Gehirne trainiert, um Bilder, Konzepte und Gedanken effektiv aus dem Geist einer Person zu extrahieren. Hier geschieht die Beugung wahrscheinlich als doppelte: eine Technologie, deren Funktionsweise nicht gut verstanden wird und die eine ebenso unklare natürliche Formation mit einem gewissen Erfolg qualitativ analysiert. Andreas N. Fischers Arbeit Computer Visions II scheint kurz hinter dieser Schwelle zu warten, wo sich zwei Arten von wissenden Wesen in einer Art psychotherapeutischer Sitzung treffen […]