ANOUK WIPPRECHT

Pangolin Kleid
Das Pangolin Scales Project demonstriert ein 1.024-Kanal-BCI (Brain-Computer Interface), das Informationen aus dem menschlichen Gehirn mit einer beispiellosen Auflösung extrahieren kann. Die extrahierten Informationen werden verwendet, um das Pangolin-Schuppenkleid interaktiv in 64 Ausgaben zu steuern. Das Kleid ist auch von den Pangolin-niedlichen, harmlosen Tieren inspiriert, die manchmal als schuppige Ameisenbären bekannt sind. Sie haben große, schützende Keratinschuppen auf ihrer Haut (sie sind die einzigen bekannten Säugetiere mit dieser Eigenschaft) und leben in hohlen Bäumen oder Höhlen. Als solche gelten Pangoline als gefährdete Arten, und einige haben angenommen, dass das jüngste Coronavirus möglicherweise entstanden ist Der Verzehr von Pangolinfleisch. Wipprechts größte Herausforderung bei der Entwicklung des Projekts bestand darin, das Kleid nicht mit zusätzlichem Gewicht zu überladen. Sie hat die 3D-Druckexperten Shapeways und Igor Knezevic zusammengebracht, um einen “Exo-Skelett“ -ähnlichen Kleiderrahmen (3 mm) zu schaffen, der leicht genug war, um getragen zu werden, aber robust genug, um alle Mechaniken an Ort und Stelle zu halten

PE LANG

Moving Objects | nº 502 – 519
Gravitation, Magnetismus, Mechanik. Wenn in einer Runde gelegentlich das Wort ‘Physik’ fällt, verziehen sich die Gesichter. Mit Grausen erinnern sich viele an ihre Schulzeit. Dem Schweizer Künstler Pe Lang aus Sursee ist ein fabelhafter Coup gelungen. Seine Arbeiten greifen physikalische Phänomene auf. Bewegung und Chaos, Raum und Zeit. Präzision, Reibung, Klang. Auf unerhört ästhetische Weise sind seine Objekte so konstruiert, dass es ein pures Vergnügen ist, sich ihnen, staunend wir Kinder, zu nähern.

Peter Weibel

Петер Вайбель
Mechanik der Organismen

Peter Weibel followed his artistic thoughts using a wide variety of materials, shapes and techniques. In the mid-1980s, he explored the possibilities of the computer assisting in video processing. In the early 1990s he created an interactive installation based on reality, again showing the relationship between the media and the construction of reality.
In his opinions and articles, Weibel comments on contemporary art, media history and theory, film, video art and philosophy. As a theorist and tutor, he defends an art form that includes in its history, the history of technology and the history of science.

CARSTEN NICOLAI

卡斯滕·尼古拉
קרסטן ניקולאי
カールステン·ニコライ
Pionier

Der Installationskünstler produziert oft Musik unter dem Namen Alva Noto und leitet mit seinem Freund Olaf Bender das Label Raster-Norton. Die Projekte des Teams experimentieren mit der Verschmelzung von Klang, Kunst und Design. Nicolais Arbeit umfasst die Spannung, die Unfällen innewohnt. In unserem Videoprofil des Schöpfers (oben) erklärt er, dass Störungen seine Daten häufig auf frische und aufregende Weise beschädigen. “Defekte Elemente werden als Grundlage für Musik verwendet”, sagt Nicolai. “Sie haben keine Kontrolle darüber, was passiert. Natürlich läuft etwas schief, aber es ist wirklich aufregend. ” Und bei seinen Erkundungen von Klängen und Bildern arbeitet Nicolai daran, einige unfaire Annahmen zu zerstören, die sein Publikum möglicherweise hat. “Die Vorstellung, dass elektronische Musik kalt ist und keine Emotionen aufweist, hat mit den Gewohnheiten der Menschen in Bezug auf Musik zu tun.” Nicolai ist sich bewusst, dass einige seiner Projekte diese unfaire Konzeption widerlegt haben – nämlich seine Zusammenarbeit mit Ryuichi Sakamoto, in der „starke emotionale Situationen geschaffen wurden“. Die Pionier I-Ausstellung von Carsten Nicolai kommt am kommenden Freitag, dem 23. September, in die Pace Gallery in New York City. Die Installation zeigt die Expansion und Kontraktion eines Fallschirms aus weißer Seide. Nicolai ist fasziniert von Widersprüchen. „Wir Menschen versuchen immer mehr, Maschinen zum Denken zu befähigen, aber gleichzeitig versuchen wir, immer mehr Mechaniker zu werden. In gewisser Weise ist es fantastisch, dass wir uns permanent dieser Polarität und diesem Konflikt aussetzen. “