BJOERN SCHUELKE

Bildverarbeitungsmaschine
Björn Schülke ist von den kinetischen Skulpturen des deutschen Klangkünstlers Peter Vogel und Jean Tinguely beeinflusst und schafft komplexe vom Betrachter aktivierte Maschinen, die Bewegung, Überwachung und Klang kombinieren.

anne imhof

Faust

Anne Imhof: Faust / Deutscher Pavillon, Kunstbiennale Venedig 2017. Die Jury der 57. Internationalen Kunstausstellung La Biennale di Venezia hat der deutschen Künstlerin Anne Imhof den Goldenen Löwen für den besten nationalen Pavillon verliehen

Thomas Zipp

POLYMORPHOUS ORATORY
Thomas Zipp (geboren in Heppenheim, 1966) gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart. Ausgebildet als Maler fasst er seine Einzelwerke, bestehend aus Gemälden, Skulpturen, Grafiken und installativen Arbeiten, immer zu einem Gesamtkonzept zusammen, das die Räume des Ausstellungsortes vollends einbezieht. Durch diese Arbeitsweise verleiht Zipp seinen Ausstellungskonzepten eine einzigartige, unwiederholbare Existenz.
Zipps Werke sind geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Geschichte, Wissenschaft und Religion, mit Politik und Gesellschaft sowie mit Kunstgeschichte und Philosophie. Hierbei spielen für ihn die Einordnung des Selbst in die Gesellschaft, der Antagonismus im Sinne sich polar gegenüberstehender Widersprüche sowie die Folgen aus historischen, wissenschaftlichen und religiösen Errungenschaften und Ereignissen eine zentrale Rolle.

PAVEL BÜCHLER

Sound Poem

Studio Schwitters ist Pavel Büchlers Hommage an das Klanggedicht des Dada-Künstlers Kurt Schwitters, The Ursonate, seine „Ursonate“ oder die Vorstellung, wie eine Sonate vor der Erfindung der Sprache ausgesehen und geklungen hätte. Mit einem digitalen deutschen Sprachprogramm ließ Büchler den gesamten Text von The Ursonate lesen und produzierte eindrucksvoll seine eigene außerirdische Interpretation von Schwitters ‘einundzwanzigminütiger Originalversion der Sonate. Das Programm bringt die sehr klassische Struktur von Ursonate entschlossen zum Ausdruck, verändert Inhalt und Struktur radikal und verlängert das Stück auf neununddreißig Minuten. The Ursonate wird von vielen als eines der einflussreichsten und wichtigsten großen Klanggedichte des 20. Jahrhunderts angesehen und von Klangkünstlern auf der ganzen Welt neu interpretiert. Schwitters ‘eigene Aufnahme ging für viele Jahre verloren und tauchte schließlich Ende der 1980er Jahre in Holland auf. Pavel Büchler beschreibt seine Arbeit als „nichts geschehen lassen“ und betrachtet Kunst als Katalysator, um den Alltag und das Offensichtliche als letztendlich bizarr zu enthüllen. Er manipuliert Literatur, gefundene Objekte, alte Audioaufnahmen und Fotografien, veraltete Technologien und andere Medien und macht sie für die Gegenwart relevant.

FRITZ KAHN

der mensch als industriepalast
Dr. Fritz Kahn war ein Berliner Arzt und Wissenschaftsautor, der Bau und Funktionsweise des Menschen mit spektakulär modernen Mensch-Maschine-Analogien veranschaulichte. Sein Hauptwerk, die fünfbändige Reihe „Das Leben des Menschen“ (1922–1931), galt in den zwanziger Jahren als ­deutsche Leistung von Weltrang. In den dreißiger Jahren wurde es verbrannt und verboten, erschien jedoch im selben Verlag als Plagiat mit antisemitischem Zusatzkapitel.Fritz Kahn, Jude und Humanist, wurde ausgewiesen und ließ sich in Palästina nieder, später zog er nach Frankreich. Mit Hilfe seines Freundes Albert Einstein entkam er seinen Verfolgern in die USA, wo er seine Karriere als Bestsellerautor erfolgreich fortsetzte. Nach Europa zurückgekehrt, starb Kahn 1968 nach einem außergewöhnlichen Leben und Werk fast 80-jährig in der Schweiz.In Deutschland geriet Fritz Kahn weitgehend in Vergessenheit, doch inzwischen zeigen tausende Links im Internet ein neu erwachtes Interesse an ihm, vor allem unter jungen Historikern und Gestaltern. Bis heute inspirieren die Bilder, die Kahn in der frühen Moderne für seine Bücher anfertigen ließ, Kreative in aller Welt zu eigenen zeitgemäßen Interpretationen.Fritz Kahn wieder sichtbar und sein einzigartiges Werk als lebendigen Teil der deutschen Kulturgeschichte begreifbar zu machen, ist das Ziel dieser Website und des monografischen Bildbandes „Fritz Kahn – Man Machine“.

HANS HAACKE

汉斯·哈克
הנס האקה
ハンス·ハーケ
Ханс Хааке
Germania
Haackes Installation Germania verwies ausdrücklich auf die Wurzeln des Pavillons in der Politik des nationalsozialistischen Deutschlands. Haacke riss den Boden des deutschen Pavillons auf, wie es Hitler einst getan hatte. 1993 sieht der Betrachter durch die Türen des Pavillons hinter dem kaputten Boden das Wort an der Wand: “Germania”, Hitlers Name für Nazi-Berlin