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Osko+Deichmann

top table

Osko+Deichmann   top.table

source: oskodeichmann

The creative worker has to be able to switch between his emotional and his rational side. Our TOP.TABLE is a means to initialize this switch. To create visions of the future, you have to look further, you have to change your perspective, see the whole picture. Leaving the ground also means becoming dreamy and childlike. Which is a quality necessary to have visions.

The works of “osko+deichmann” have been shown at the Louvre Paris, Vitra Design Museum Weil am Rhein and Berlin, Cube Gallery Manchester, MoMA Berlin, the Guggenheim Museum Berlin, Marta Herford, Design Museum Holon, Villa Necchi – Camera del Principe Milan, International Design Biennial Saint Étienne etc.

In the 90ies we were both attracted by the energy of the formerly divided Berlin absorbing creative young people from all over the world. In 1996 within an atmosphere of constant change and seemingly endless possibilities we started to study a at the University of Fine Arts, Berlin. Though coming from different backgrounds, we soon started to collaborate. Which turned out be an amazing team-work, reaching results beyond our single capacities. 1998 we founded the Design Studio “wunschforscher” roughly translated as “desireresearchers”, creating objects between design, invention and art. The most famous works from this period are the “SushiRoller” and the “top.table”. Simultaneously we made the set-designs and visual concepts for fashion shows, events and parties, amongst others for MTV Designerama On Stage and for Adidas Originals. In 2005 we founded “osko + deichmann”. Since then we focused on developing products with a strong concept and timeless but distinctive aesthetics.
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source: raum-und-wohnench

Scharfe Beobachter der Alltagskultur
Der Bauhaus-Bewegung haben Blasius Osko und Oliver Deichmann viel zu verdanken; sie hat wesentlich zum Bekanntheitsgrad des Gestalter-Duos beigetragen – und dies bereits kurz nachdem es sich selbstständig gemacht hatte. Das 90-Jahr-Jubiläum jener Epoche nahmen die beiden zum Anlass, um ihr einen eigenwilligen Möbelentwurf entgegenzuhalten: den Freischwinger «Straw Chair» mit Knicken im soliden Stahlrohr. «Die Bauhaus-Möbel waren zu ihrer Zeit ungeheuer revolutionär. Besonders jene aus Stahlrohr haben uns fasziniert, weil sie ein neues industrielles Material ins Möbeldesign einführten und dessen Eigenschaften gerade beim Freischwinger perfekt ausnützten», erläutert Oliver Deichmann. «Diese avantgardistische Bewegung ist mittlerweile zu einem Ausdruck von Konservatismus geworden: Stahlrohrmöbel dürfen in keiner Anwaltskanzlei fehlen. Dem wollten wir mit unserem Entwurf etwas entgegensetzen.» Statt wie sonst üblich Stahlrohr mit Sand zu füllen und sanft zu biegen, klemmten Blasius Osko und Oliver Deichmann das Material in den Schraubstock und falteten es.

«Der Knick ist Symbol des Kaputten, Beschädigten, aber gleichzeitig funktioniert unser Stuhl gerade wegen dieses Details.» Denn der gefaltete Knick, den sie mehrfach eingesetzt haben – an der Rückenlehne, den Beinen und Verstrebungen – wirkt elegant: Die runde Form verschmälert sich fliessend zur scharfen Kante und wird dann wieder zum weichen Rund. Der schwedische Möbelproduzent Blå Station nahm den Entwurf mit dem scharfen Knick nicht als Freischwinger, aber als Stuhl in sein Programm und liess ihn von den beiden Produktdesignern mit einem Barhocker und einem Sessel ergänzen. 2013 griffen sie die Idee des geknickten Stahlrohrs aufgrund des grossen Echos nochmals auf und wendeten ihn beim Loungesessel «Superkink» an. Wie beim angepassten «Straw Chair» wurde auch hier das Stahlrohr eingefärbt, sodass der Entwurf noch leichter und verspielter wirkt.

Seit 16 Jahren ein Team
Doch kehren wir nochmals zum Anfang der Laufbahn von Blasius Osko und Oliver Deichmann zurück. Begonnen haben sie als Wunschforscher – so nannten sie anfänglich ihr Studio, das sie 1998 in Berlin gründeten. Die Wunschforscher entwickelten Springschuhe, deren Eigenschaften sie vom Känguru abschauten, und Sushi-Rollmaschinen für den Hausgebrauch, die nach dem Prinzip eines Zigarettendrehers funktionierten. 2005 änderten sie den Firmennamen in osko+deichmann ab und konzentrierten sich auf die Entwicklung von Möbeln, die den Anspruch an zeitlose Ästhetik haben und klare Funktionen erfüllen. Seit 16 Jahren sind sie ein Team und verstehen sich auch privat ausgezeichnet.

Im Laufe dieser Jahre hat sich der Fokus ihres kreativen Tuns verlagert: Während sie einst mit dem Wunsch gestartet sind, neue Bedürfnisse zu entdecken und dafür adäquate Produkte zu entwickeln, die ihren eigenen Vorstellungen entsprachen und möglichst aussagekräftig bzw. wirkungsvoll sein sollten, rücken sie heute den Benutzer ins Zentrum. «Das Ziel unserer Arbeit besteht im genauen Beobachten unserer Umwelt und dem Verarbeiten dieser Beobachtungen zu neuen Produkten. Wir wollen Produkte schaffen, die auf Veränderungen in der Alltagskultur eingehen», erklärt Oliver Deichmann. «Das können wir nur erreichen, indem wir ständig mit einem frischen Blick auf die Dinge schauen und uns immer wieder fragen: Könnte das auch anders sein?»

Funktionale und emotionale Bedürfnisse abdecken
Die Gleichaltrigen, beide sind 39, beschäftigen sich mit klar funktionalen Bedürfnissen, die – wie sie formulieren – «eine designtechnische Innovation» nach sich ziehen. Als Beispiel verweisen sie auf den Klapptisch «Pivot», den sie 2012 für den Objektmöbelhersteller Brunner entwickelt haben. «Der Ansatz für seine Formgebung ging hier von der Beobachtung aus, dass Stehtische für Events ständig auf- und abgebaut werden müssen», schildert Blasius Osko. Gelöst hätten sie das Problem mit horizontalen Rollen anstelle von Standfüssen: «Wird der Tisch benützt, liegen die Rollen flach auf dem Boden auf und geben ihm einen sicheren Stand. Kippt man den Tisch jedoch leicht an, können sie sich drehen, und der Tisch kann ohne grosse Mühe auf- oder zugeklappt werden.» Dieses System sei sozusagen der Schritt vom Koffer zum Trolley in der Möbelwelt.

Neben den funktionalen setzen sich osko+deichmann auch stark mit den emotionalen Bedürfnissen der Möbelbenutzer auseinander. Beim Couchtisch «Ponton» für Ligne Roset etwa wollten sie das Gefühl in das Wohnzimmer transportieren, das man empfindet, wenn man auf einem verlassenen Steg entspannt: Die Tischfläche besteht aus Holzlatten, und die dazugehörige Vase befindet sich unter dem Tisch statt darauf. Blumen hineingestellt, scheinen sie durch die Latten Richtung Himmel zu wachsen. «So entsteht im Wohnzimmer das Bild von einem Steg, der langsam von der Natur zurückerobert wird.»

Ideen entstehen im Gespräch
Ihr Atelier betrachten Blasius Osko und Oliver Deichmann als Ort, wo die Projekte umgesetzt werden, aber die Ideen kommen ihnen draussen, bei einem Spaziergang oder beim Mittagessen. «Gespräche sind unsere Hauptquelle für Ideen, dabei muss es erst gar nicht um ein spezielles Projekt gehen. Wir hinterfragen gern, warum Dinge so sind, wie sie sind, und stellen uns vor, wie sie aussehen könnten, wenn sie eben anders wären», erklärt Blasius Osko, der den analytischen Part des Teams einnimmt und eine ausgeprägte Vorstellungsgabe hat. Und Oliver Deichmann, der Schlagfertige und Improvisierfreudige, ergänzt: «Wir sind oft auch verschiedener Meinung, aber aus solchen Reibungen entstehen die interessantesten Projekte.» Vorbilder haben sie keine. Das, was jeder einzelne von ihnen beschäftigt, fliesst in die Arbeit ein, bewusst oder auch unbewusst.

Was auf solchen Spaziergängen im Dialog entsteht und im Büro umgesetzt wird, beeindruckt zum einen international erfolgreich agierende Möbelproduzenten wie Moooi, Ligne Roset, Blå Station
sowie der Leuchtenhersteller Kundalini, die dem Duo Aufträge zuhalten. Zum andern schätzen Galerien und Designmuseen – dazu zählen das Vitra Designmuseum oder das Guggenheim-Museum Berlin – die durchdachte Formensprache, die in den Entwürfen steckt, und nehmen sie in ihre Ausstellung auf.

Das Gespann hat nicht sonderlich viele Auftraggeber auf seiner Webseite aufgeführt, dafür arbeitet es mit diesen teils seit Jahren zusammen. «Für uns Designer ist es wichtig, eine langfristige Beziehung zum Unternehmen und den involvierten Personen aufzubauen. Nur so sind wir in der Lage, deren Bedürfnisse und Arbeitsweise zu verstehen und darauf einzugehen.» Die beiden können von ihrer Tätigkeit als selbstständige Gestalter leben, dies auch deshalb, weil das Einrichten von Showrooms und Ladengeschäften ebenfalls zu ihren Kompetenzen gehört. Gegenwärtig erweitern sie das «Plot»-Programm für Brunner und entwickeln neue Produkte, die im Herbst an der Büromöbelmesse Orgatec in Köln zu sehen sein werden.

Eine letzte Frage an die Produktdesigner: Was braucht es, um in der Designbranche bestehen zu können und der Konkurrenz gewachsen zu sein? «Leidenschaft, einen langen Atem und die freudige Bereitschaft, den Status quo immer wieder infrage zu stellen.»